Instagram will Bilder der Nutzer verkaufen – Update

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Instagram plant Bilder-Verkauf

Nun ist es also soweit. Mit den neuen Nutzungsbedingungen will sich, wie das ZDF berichtet, Instagram die Möglichkeit einräumen zukünftig die hochgeladenen Bilder seiner Nutzer zu verkaufen. Die Übernahme durch Facebook ist mittlerweile mehr als spürbar.

Ab 16. Januar treten die neuen Nutzungsbedingungen bei Instagram in Kraft und von da an wird es dem Dienst möglich sein, die bei ihm geteilten Bilder frei zu nutzen und damit auch zu verkaufen. Die ersten sprechen davon, dass dadurch eine der größten Bildagenturen weltweit entstehen könnte.

Die Intension seitens Instagram und damit Facebook (denen der Dienst seit kurzem gehört) ist klar. Bisher brachte der Service keinerlei Einnahmen. Er war cool, beruhte jedoch auf einem Geschäftsmodell, das nicht zukunftsfähig ist. Das soll sich hiermit ändern.

Für Facebook stehen zwei mögliche Entwicklungen ins Haus

  1. Niemanden interessiert es, Agenturen kaufen günstig, dafür viel (da über die Bildqualität diskutiert werden kann) und Instagram entwickelt sich zur absoluten CashCow für das Unternehmen. Das Programm wird stetig verbessert, die verarbeiteten Fotos drucktauglich, die Bilder langfristig teurer im Einkauf und der Rubel rollt nur noch schneller.
  2. Die Nutzer realisieren, was Facebook hier mit Ihnen macht. Nämlich, dass ihnen Persönlichkeits-, Bild- und Urheberrechte entrissen werden, sie an den Bildern keinerlei Lizenzen verteilen dürfen und damit Facebook durch sie jede Menge Geld verdient, ohne dass sie als Fotograf und Urheber überhaupt daran beteiligt werden. Im Gegenzug bleibt der Dienst kostenlos.

Kein Widerspruch möglich

Eigentlich wäre das alles nur halb so schlimm. Wenn da nicht die Tatsache wäre, dass Instagram den Nutzern keine Möglichkeit einräumt dieser Wiederverwertung zu widersprechen. Es bleibt einem Nutzer lediglich die Entscheidung seinen Account vor Inkrafttreten der Bedingungen zu schließen.

Ganz persönlich hoffe ich, dass sich Instagram das noch einmal überlegt. Andernfalls werde ich auf Alternativen wie etwa Pixlr umsteigen. Denn diesen Kurs möchte ich keinesfalls unterstützen!

Update

Nachdem die Änderung der Nutzungsbedingungen international für viel Aufregung und einen ersten Nutzerschwund sorgte, hat Instagram sich im offiziellen Blog geäußert. Man spricht hier von Missverständnissen und kündigt an die strittigen Passagen neu zu formulieren. Zudem wird unterstrichen, dass in Zukunft nichts auf der Plattform geschehen wird, das die User Experience beeinträchtigen könnte.

Dieser gestrige Sturm der Entrüstung zeigt zwei Dinge ganz besonders gut auf und wird wohl bei den nächsten Kommunikations-Konferenzen zum Thema werden:

  1. Firmen: Wenn ihr etwas ändert, dann redet mit den Leuten / Nutzern / Kunden! Macht ihr das nicht, werdet ihr verlassen.
  2. Kunden: Ihr müsst euch nicht alles gefallen lassen! Äußert eure Bedenken und Kritik und ihr werdet gehört. Man muss sich nicht alles gefallen lassen, nur weil man am scheinbar kürzeren Hebel sitzt.

Der Autor

Kommunikationsplaner und –gestalter, Blogger und mit einer Prise Social Media unterwegs im (mobilen) Netz.

3 Kommentare

  1. Mark Pingert sagt

    Interessant wäre es, was passiert, wenn ein Bild verkauft (oder auch nur hochgeladen) wird, an dem der Urheber nicht die vollen Rechte besitzt, also z.B. ein Foto des Eiffelturms bei Nacht. Muss dann Instagram/Facebook für den Verstoß haften?

  2. Eine nette Alternative zu Instagram ist übrigens EyeEm (http://www.eyeem.com/). Einziger Nachteil: hier kann einem jeder folgen und alle Bilder sind öffentlich. Die Filterauswahl ist super, die Bilder können getaggt und lokalisiert werden und auch das automatische Teilen auf Facebook, Twitter, Tumblr, Flickr und Fourasquare ist möglich.
    Und das Beste: gemacht wird EyeEm von einem kleinen Team aus Berlin! Coole Apps kommen nicht immer aus Palo Alto ;-)

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