Die Vorteile von Google+ und Reverse Mentoring im Enterprise 2.0

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30. Social Media Night

Die 30. Social Media Night des Social Media Club Stuttgart – zum Jubiläum startet der neue Hashtag #smcstr. Für alle, die gerne auf Twitter nachlesen: bei der Suche das neu angehängte r nicht vergessen! Oliver Gassner, spricht über die Vorteile von Google+, Marc Musse und Katharina Perschke von Bosch und Yvonne Seibold von Know How! erzählen, wie die interne Bosch Community Bosch Connect funktioniert.

Von wegen »Da ist ja keiner«

Sein Buch über Google+ ist im Sommer erschienen – heute will Oliver Gassner uns überzeugen, warum Google+ das bessere Social Network ist. »Auf Google+ ist ja keiner« – das sei ein großer Irrtum. Denn schließlich hat G+ 500 Mio. aktive Nutzer (aktive G+-Nutzer plus Nutzer die Restaurantkritiken bei Google und im Playstore Bewertungen abgeben), tatsächlich direkt bei G+ aktiv sind davon 300 Mio – das seien, je nachdem mit welcher Zahl man rechnet, ca. 1/4 bis 1/3 der Facebook-Nutzer. Google+ ist außerdem aktuell das am schnellsten wachsende Soziale Netzwerk.

Irrtum Nummer zwei: »Google+ ist eine Faceook-Kopie und kommt zu spät.« Nein, das ist es ganz sicher nicht. G+ hat nicht die Hauptfunktion, Freunde zu connecten, wie es Facebook macht. Bei Google+ geht es primär um die Social Search: Teilen, Entdecken und Diskutieren von Content. Außerdem hat wohl eher Facebook von G+ kopiert, so Gassner: Videochat, Listen, Hashtags, Bildgrößen und die Abonnierfunktion, um nur einen Teil zu nennen.

Auf Google+ findet man nicht nur interessante Communities. Thema SEO: Die Personen, die ich in meinen Kreisen habe, erscheinen bei Suchergebnissen weiter oben – wichtig: ebenso andersherum. Ein Google-Maps-Eintrag und Bewertungen für mein Unternehmen pushen es im Ranking der Suchergebnisse. Google Ripples zeigen direkt bei einem Post an, welchen Verbreitungsgrad er hat. Youtube hat mittlerweile die Möglichkeit der Kommentar-Moderation mittels Circles eingeführt.

Einige der Funktionalitäten sind vorerst nur auf google.com verfügbar. Laut Gassner wird hier noch einiges an Funktionalitäten folgen – Zeit für Unternehmen, umzudenken und nicht nur auf Facebook zu setzen!

Mit Know How entsteht in einer internen Community das Enterprise 2.0

Bosch: 1886 gegründet, 50 Mrd. Euro Umsatz im letzten Jahr, 300.000 Mitarbeiter, davon 40.000 in Entwicklung und Forschung. Viele Produkte dieses Unternehmens sind weltbekannt. Gemein haben sie, dass die alle Elektrizität nutzen. Das reicht heute aber nicht mehr aus, so Marc Musse, die Geräte sollen auch ins Netz, Stichwort Smart Homes.

Dass bei Bosch nicht nur die Produkte unter Strom stehen zeigt die 2012 gelaunchte interne Community Bosch Connect. Ein Social Network im Internet ist dafür da, sich mit Freunden zu vernetzen – im Intranet soll es helfen, Wissen zu teilen, Zusammenarbeit fördern. Co-Creation soll gefördert werden – die Angestellten sollen an Tehmen, die sie interessieren mitarbeiten können.

Die Bosch Connect Plattform ist offen für alle Bosch-Angestellten, jeder kann mitmachen – im ersten Jahr hat man schon 83.000 aktive Nutzer. Jeder hat dort sein eigenes Profil, kann Statusmeldungen posten. Der weit größeren Teil bilden die Communitites mit Wikis, Foren, Files und Blogs. Die starren Hierarchien werden hier aufgehoben. Unter dem Stichwort Reverse Mentoring lernen die Bereichsleiter und Abteilungschefs von den jüngeren Angestellten Funktionalität und Anwendungsbereiche des Netzwerkes. Man wandelt sich von einem hierarchischen Management zu einem hochvernetzen, hybriden Unternehmen 2.0.

Wie man aber nun eine so große Zahl an Mitarbeitern fit macht für ein solches Netzwerk erklären Yvonne Seibold von der Know How! AG und Katharina Perschke von Bosch. Es gibt 10-wöchige Workshops, die einzelne Mitarbeiter fit machen für die Aufgabe des Community Managers. Zum einen werden sie darin geschult, das Tool einzurichten, das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf der Methodik. Die Schulung findet übrigens auch gleich direkt im Bosch Connect statt. Learning by Doing sozusagen.

Hinweis für alle Leser bis 35

Vom 3. bis 5. April 2014 findet in Stuttgart die 25. Nationale Junioren Tagung unter dem Namen Ideenreich statt. Organisiert wird das ganze vom Marketing-Club Region Stuttgart e.V. Anmelden können sich alle Interessierten unter 35 Jahren. Für die Mitglieder des Social Media Club Stuttgart sind bis Ende des Jahres 20 Plätze reserviert. Einfach den Hinweis Social Media Club Stuttgart im Anmeldeformular vermerken. Infos und Anmeldung auf www.njt2014.de

Rückblick und Vorschau

Die 30. Social Media Night im Storify, erstellt von der Stuttgarter Zeitung.

Die nächste Social Media Night und somit auch die letzte in diesem Jahr findet am 11. Dezember statt. Tickets gibt es wie immer über die XING-Seite zu bestellen. Es wird einige Überraschungen geben. Veranstaltungsort ist dieses Mal der große Saal im Erdgeschoss des Mercedes-Benz-Museums – es gibt also Platz für 350 Besucher. Wir sehen uns!

Der Autor

Selbständige Kommunikationsdesignerin, offline wie online zuhause und immer neugierig auf technische Spielereien und aktuelle Entwicklungen im Social Web.

6 Kommentare

  1. Danken wir Google, dass sie für uns Videochats, Listen, Hashtags, Bildgrößen und die Abonnierfunktion erfunden haben … 

    … da hat jemand aber ganz schön die G+-Brille auf.

  2. Kleine Korrektur, das Buch erschien im letzen November. Gerade arbeite ich an einem Update.

    Also: Facebook hat dei ‚großen Bilder‘ erst nach Goiogle+ eingeführt.

    Facebook hat die Abofunktion für Personenprofile NOCH Google+ eingeführt.

    Following selbst hat eher delicious und Flickr eingeführt.

    „Startseitenticker“ (Mentions, Tagging etc.) hat Facebook von Twitter übernommen, bei dem es die USER eingeführt haben. Twitter und Jaiku sind nahezu zeitgleich aufgekommen, d.h. daswar vom Thema „RSS+SMS“ inspiriert und lag wohl in der Luft.

    G+ bietet mit Hangouts eine Qualität von mehrperrtsonigem Videochat, den es sonst zu diesem Preis (null) und Funktionsumfang nicht gibt. (Daswar eh der Punkt taktische Vorteile) Facebook hatDANACH einen 1:1 Videochat eingeführt (den es als „Third Party App“ schon hab, IIRC).

    Ich geb gern Detailinfos, wenn das gefragt ist, war aber hier nicht erbeten ;) Die Themenvorgabe war übersetzt: „Gpoogle+ Nachmacher oder Vorreiter“ und wenn man genau schaut, macht Facebook eher G+ (und Twitter) nach als umgekehrt. Wobei seit Neustem Twitterfacebook imitiert, man wird sehen, was es nützt …)

    Das Wesentliche ist, dass Google+ keine „Privatnetworkingplattform“ ist. Das wird leicht missverstanden.

    Carola: Welche Detailinfos hättest du denn gern gehabt?

    • Hallo Oliver,
      vielen Dank für deine Ergänzungen und Erklärungen!
      Stimmt, einige Punkte hast du doch ausführlicher beleuchtet – vielleicht fehlten mir dann auch keine Details, sondern vielmehr konkrete Anschauungsbeispiele. Anhand der erhobenen Hände, wer in der Runde denn einen G+-Account hat und ihn tatsächlich auch nutzt, konnte man ja sehen, dass es da vielen geht wie mir: ich habe keine Ahnung, wie Google+ aktuell aussieht und wie die Funktionalitäten ganz praktisch dort angewendet sind :-)

  3. Eine kleine Korrektur möchte ich zu dieser Passage anmerken: „Es gibt 10-wöchige Workshops, die einzelne Mitarbeiter fit machen für die Aufgabe des Community Managers. Zum einen werden sie darin geschult, das Tool einzurichten, das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf der Methodik.“

    Es handelt sich nicht um Workshops, sondern um einen 10-wöchigen Social Learning Kurs, in dem nicht geschult wird, auch nicht das Tool (Kenntnisse des Tools sind Voraussetzung), sondern in dem es um Kompetenzen für Community Manager geht, die eben mit Social und Peer-to-Peer-Learning erworben werden.

    • Liebe Ellen, vielen Dank für deine Richtigstellung bezüglich meiner Wortwahl. Ich habe mir während des Vortages Notizen gemacht und versucht die Inhalte so genau wie möglich wiederzugeben – auch im Wording.

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